Pack deine Sachen an und Raus!

Musiker haben ein Problem: sie machen Musik. Was so für den Durchschnittskonsumenten am Ende immer toll oder scheiße klingt, ist ein Arbeitsprozess. Ein schmerzhafter und mühsamer Weg.  Also zumindest dann, wenn man – wie ich – noch überlegen muss: Mensch, wo will ich mit meiner Musik eigentlich hin?

Will ich ein Rocker sein, der Teenies in den BH-Bühnen-Wurf treibt? Oder: bin ich Singer/Songwriter, der mit seiner Stimme die Mutti beim Bügeln berührt? Der Antwort auf diese Frage geht unweigerlich eine weitere Frage voraus: wer bin ich? Bevor ich mich jetzt hier in Pseudo-Philosophie ergieße, überspringen wir den Teil mit der Frage aller Fragen nach dem Jetzt und Hier und Überhaupt, sondern kommen schlicht zu dem Schluss: Ich bin Viele. Und Deutschpopjunge ist der Teil in mir, der Massenuntauglicher kaum sein kann.

Nach endlosen, langweiligen Debatten mit Musikern und solchen die sich dafür halten, komme ich also zu einem handfesten Schluss: Deutschpopjunge macht keine EP – Deutschpopjunge macht erstmal drei Songs. Drei Statements. Und den Rest, den sehen wir dann. Der Veröffentlichungstermin dieser Songs steht noch nicht fest – aber es wird nicht mehr lange dauern. Und: die Mutti am Bügelbrett muss sich wohl oder übel an Rock gewöhnen.

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5 Antworten

  1. Willkommen im Selbstfindungsland! Wird schon, nur weiter!

  2. Was ist denn gegen Massentauglichkeit einzuwenden? Die Beatles waren das auch (und trotzdem richtungsweisend), die Stones werden selbst von meiner Schwiegermutter gehört (die allerdings E-Gitarre spielt) — und Mutti wird sich schon an Rock gewöhnen…. vielleicht… wenn ich so drüber nachdenke: ähm, also, ich habe klassische Orgel und Klavier gelernt, bevor ich mir mit 16 die erste Gitarre gekauft habe. Akustik mit Stahlsaiten, hat Mami gerade noch geduldet, Bach aber war ihr deutlich lieber. Nach dem Abi bin ich raus, weil’s nicht anders ging — heute spiele ich ne Telecaster, und meine Jungs (5 + 6) haben eine 3/4 E-Gitarre.

    • Gegen Massentauglichkeit ist garnichts einzuwenden. Und: die Beatles und die Rolling Stones waren Richtungsweisend, weil sie sich von einer Masse abgehoben haben und es einfach der richtige Zeitpunkt war. Sowas kann man nicht programmieren – das passiert einfach. Ich gehe bei meinen Überlegungen für „Deutschpopjunge“ nur von einer grundsätzlichen Frage aus: Was ist das Ziel? – Grüße an die Schwiegermutter:-)

  3. Das Ziel sollte immer sein, sich morgens im Spiegel anschauen zu können, ohne kotzen zu müssen. (Ausnahmen bestätigen da die Regel.) Ob alle sog. VOLKSmusiker wirklich an ihre Musik glauben oder einfach auf prall gefüllte Taschen stehen? Ich könnte mir mit so einer Musik nicht im Spiegel begegnen. Insofern verstehe ich die Überlegung, die Frage nach dem Ziel. Musik, die unterhält, die etwas aussagt, die vielleicht eine Message transportiert, muss zwar nicht zwangsläufig in den Charts landen, aber sie kann. Wenn du, was du ja gerade tust, deinen Weg suchst (und hoffentlich findest), einen Weg, an den du glaubst und von dem du leben kannst, dann ist das Optimale erreicht, was ein Künstler erreichen kann. Ehrlichkeit und gute Musik — was für eine Verbindung!
    Versuchen kann man es ja. (Dass jeder etwas anderes unter guter Musik versteht, ist klar. Übrigens: Ich habe nichts gegen Bach, sollte das so rumgekommen sein. Auch er war richtungsweisend.)

  4. Nachsatz: Mit den auf die Bühne geschleuderten BHs kannst du ja einen Internet-Shop eröffnen…

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